Update Mai 2020: Überraschende Wende

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Am 12. Mai erreichte uns eine E-Mail von Bürgermeisterin Katja Müller mit folgendem Inhalt:

"Die Schwabenpark GmbH hat die Gemeinde Kaisersbach darüber informiert, dass sie die Pläne für eine Indoorhalle am Standort Gmeinweiler nicht weiterverfolgen möchte. Das Projekt soll an einem verkehrsgünstigeren Standort realisiert werden.

Das Bebauungsplanverfahren soll weitergeführt werden, da weiterhin Überlegungen für einen Ausbau der Übernachtungsmöglichkeiten durch die Errichtung weiterer Blockhäuser bestehen. Auch die baurechtlichen Grundlagen für die Bereitstellung von ausreichend Parkflächen sollen in der Festsetzung Berücksichtigung finden."

Auf unsere telefonische Rückfrage hin versicherte Fr. Müller, dass sie von der Nachricht ebenso überrascht worden sei und keine zusätzlichen Informationen von der Schwabenpark GmbH erhalten habe. Den neuen Sachstand wollte sie in einer Pressemitteilung in den folgenden Tagen veröffentlichen. 
Eine Pressemitteilung hat es jedoch bis zum heutigen Tag nicht gegeben – weder vom Kaisersbacher Rathaus noch vom Schwabenpark selbst. Auch auf entsprechende Nachfragen erhielt die Welzheimer Zeitung keine Antwort. Wie dieses demonstrative öffentliche Schweigen zu interpretieren ist, bleibt unklar. Möchte der Schwabenpark wirklich woanders eine Indoor-Halle errichten? Und wenn ja, wo? Oder haben sich die Rahmenbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie so sehr geändert, dass man von weiteren kostspieligen Investitionen absehen muss? Und warum gibt das Rathaus dazu keine Stellungnahme ab, wo doch die Erweiterungspläne des Schwabenparks ein stark polarisierendes Thema in der Kaisersbacher Kommunalpolitik sind. 

Die Bürgerinitiative bedauert sehr, dass der Schwabenpark auch jetzt, nachdem er seine Pläne offenbar geändert hat, weiterhin keine transparente Informationspolitik verfolgt. Dabei gibt es nach wie vor viele offene Fragen:

  • Was genau soll nun auf dem Erweiterungsgelände geschehen und welche Optionen will sich der Schwabenpark eventuell offenhalten?
  • Liegen die Planungen für die Indoor-Spielhalle möglicherweise nur auf Eis und werden zu einem späteren, günstigeren Zeitpunkt wieder aus der Schublade geholt?
  • Welche konkreten Vorhaben bezüglich neuer Attraktionen stehen stattdessen in den nächsten Jahren auf der Agenda?


Diese und noch weitere Fragen möchten wir nach wie vor gerne in einem Bürgerdialog klären. Aus unserer Sicht ist es weiterhin Aufgabe des Kaisersbacher Rathauses, diesen zu organisieren – auf welche Art auch immer. Denn eines ist gewiss: Das Thema Schwabenpark wird die Kaisersbacher Kommunalpolitik auch in Zukunft beschäftigen. Es totzuschweigen ist auf Dauer keine Option.


Unsere Einwände

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Ungewiss: Die Zukunft von Gmeinweiler und Aichstrut

Gmeinweiler bezahlt schon seit Jahrzehnten den Preis für den wirtschaftlichen Erfolg des Schwabenparks. Die Anwohner leiden unter Lärm, zunehmendem Verkehr und einem Wertverlust ihrer Immobilien. Mit der geplanten Erweiterung des Parks droht nun Aichstrut und längerfristig auch Gebenweiler dasselbe Schicksal. Die Ortschaften verlieren erst ihre Attraktivität und dann ihre Bewohner. Die zu erwartende Ausweitung der Öffnungszeiten wird den Niedergang unserer Dörfer beschleunigen. Einziger Profiteur dieser Abwärtsspirale ist der Schwabenpark. Er kauft die wertgeminderten Immobilien günstig auf, um sie für zukünftige Erweiterungen zu nutzen. Gmeinweiler und Aichstrut drohen zum Betriebshof des Schwabenparks zu werden. 
  

Unverantwortlich: Zerstörung von Natur und Landschaftsbild

Durch die geplante Erweiterung werden 4,5 Hektar fruchtbares Land irreversibel zerstört und versiegelt. Da das Gelände bislang als provisorischer Parkplatz diente, benötigt der Schwabenpark neue Stellflächen. Diese werden zwangsläufig in unmittelbarer Nachbarschaft zu Aichstrut entstehen. Das Hintergrundgeräusch zukünftiger Sommerabende besteht dann nicht mehr aus dem Zirpen von Grillen, sondern aus an- und abfahrenden PKWs, schlagenden Autotüren und Parkplatzparties mit Beschallung durch Auto-HiFi-Anlagen.
Die geplante Indoor-Spielhalle soll eine Höhe von ca. 14 Meter haben und wird damit aus allen Richtungen von weither sichtbar sein. Ein Gebäude von solchem Ausmaß würde den Charakter dieser Landschaft unwiederbringlich zerstören.
  

Ohne Vertretung: Rat und Verwaltung ignorieren die Interessen der Anwohner

Die Gemeinde Kaisersbach und das Landratsamt stellten sich in der Vergangenheit stets auf die Seite des Schwabenparks. Das Ergebnis: ein Großteil seiner bisherigen Fläche befindet sich im Landschaftsschutzgebiet – ein wahrscheinlich ziemlich einmaliger Sachverhalt. Die Einwände der Anwohner hingegen wurden regelmäßig unter Verweis auf den bestehenden Bebauungsplan abgewiegelt. Auch jetzt will Bürgermeisterin Müller die Erstellung des neuen Bebauungsplans „wohlwollend“ begleiten. Soll heißen: der Schwabenpark bestellt und die Gemeinde liefert. Auch der Gemeinderat sieht sich offenbar nicht zuständig für jene Bürger, die den Preis für die „Erfolgsgeschichte Schwabenpark“ zahlen sollen. Mit Aichstrut trifft es nun ein Dorf, das gar nicht zu Kaisersbach gehört. Es mag sich jeder selbst ausrechnen, welche Lobby seine Bewohner im Kaisersbacher Rathaus haben. 

Ohne Beschränkung: Der Verkehr nimmt von Jahr zu Jahr zu

Mit steigenden Besucherzahlen schwillt auch der Verkehr immer mehr an. Besonders davon betroffen sind die entlang der Landstraße zwischen Welzheim und Kaisersbach wohnenden Menschen. Durch die Navigationsgeräte hat jedoch auch der PKW-Verkehr auf den schmalen Straßen durch Dörfer wie Killenhof, Gmeinweiler und Gehren massiv zugenommen. Die Kommunalpolitik könnte durch Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Anlieger frei-Regelungen die Anwohner schützen. Aber auch diesbezüglich wurde ihnen jede Unterstützung versagt. Bislang haben die Betroffenen wenigstens an Regentagen und im Winter ihre Ruhe. Das wird sich nun ändern: Indoor-Spielhallen sind gerade bei schlechtem Wetter ein beliebtes Ziel. Was aus Sicht des Schwabenparks eine ideale Ergänzung darstellt, bedeutet für die Bürger der umliegenden Ortschaften eine weitere Verschlechterung ihrer Lebensqualität.


Was wir fordern


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Obwohl es offenbar schon detaillierte Planungen zur Erweiterung des Schwabenparks gibt, ist davon in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Auch seit der Abstimmung des Gemeinderates über den Aufstellungsbeschluss am 17.10.2019 gaben weder das Kaisersbacher Rathaus noch der Schwabenpark Informationen heraus, die über das hinausgehen, was in der öffentlichen Sitzung bekannt wurde. Am 19.03. wollen nun die Parkbetreiber einigen Vertretern der Bürgerinitiative ihre Pläne erläutern. Auf eine öffentliche Veranstaltung wird die Gemeinde Kaisersbach angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus verzichten.

Unsere Fragen 

  • Wir verlangen detaillierte und wahrheitsgemäße Informationen zu den aktuellen und den langfristigen Erweiterungsplänen des Schwabenparks. 
  • Welche Änderungen im Betriebskonzept ergeben sich durch die Erweiterung? Wir gehen davon aus, dass eine Indoor-Spielhalle ganzjährig und auch bis in die Abendstunden hinein geöffnet haben soll.
  • Mit  wievielen zusätzlichen Besuchern rechnet der Schwabenpark durch die Investition?
  • Welche Lärmschutzmaßnahmen sind vorgesehen, damit der Schallpegel für die Anlieger nicht noch weiter ansteigt?
  • Wo werden die Besucher zukünftig parken, wenn der bisherige Parkplatz teilweise überbaut wird?
  • Was geschieht mit dem Oberflächenwasser der Halle, die einen Grundriss von 4000 Quadratmetern haben soll?
  • Welche Ausgleichsmaßnahmen sind geplant und wo sollen sie umgesetzt werden?


Unsere Forderungen 

  • Wir sind nicht einverstanden mit einer Indoor-Spielhalle in der bisher geplanten Form.
  • Wir lehnen eine Ausweitung der Öffnungszeiten in Richtung Winter- und Nachtbetrieb ab.
  • Wir möchten, dass der dörfliche Charakter der anliegenden Ortschaften erhalten bleibt.
  • Wir fordern eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs im Killenhof, im Gehren und in Gmeinweiler.
  • Wir  verlangen, dass angemessene Ausgleichsmaßnahmen ortsnah umgesetzt werden.