Es gibt keine Bürgerinfo

Keine Neuigkeiten zu Plänen des Schwabenparks

ZSW/Jörg Hinderberger, 11.07.2020

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Katja Müller, Bürgermeisterin in Kaisersbach, stellte zum Thema Schwabenpark in der Gemeinderatssitzung am 9. Juni klar: "Der Schwabenpark wird keine Indoorhalle in Gmeinweiler bauen, daher wird es auch keine Bürgerversammlung geben. Es gibt keine neuen Infos zum Schwabenpark. Am Bebauungsplan wird weitergearbeitet, so dass neue Blockhäuser gebaut werden können zum Übernachten und weitere Parkplätze zur Verfügung stehen. Mehr Infos gibt es nicht!" Ob sich die Bürgerinitiative zufriedengibt mit diesen Aussagen, bleibt abzuwarten! Denn monatelang wurde eine Versammlung mit Infos gefordert, jetzt soll alles erledigt sein?

Gibt es eine Indoorhalle?

Schwabenpark: Infos fehlen

ZSW/Jörg Hinderberger, 30.05.2020

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Auf die Nachfrage einiger Gemeinderäte in Kaisersbach musste Bürgermeisterin Katja Müller in der Gemeinderatssitzung Antworten zum Schwabenpark und dessen Bauvorhaben beantworten: "Ich kann nur sagen, dass die geplante Indoorhalle nicht an dem bisher vorgesehenen Platz gebaut werden soll. Ob das Projekt Indoorhalle woanders umgesetzt wird, weiß ich nicht. Umso wichtiger wäre nun eine Informationsveranstaltung, die seit Januar 2020 den Bürgerinnen und Bürgern versprochen wird und schon dreimal verschoben wurde. Zuletzt mit der Begründung, es würde ein Termin mit einem Moderator fehlen. "Wenn die nächsten Lockerungen kommen, werden wir eine Infoveranstaltung machen", so Müller. Einen genauen Termin nennt die Bürgermeisterin nicht mehr.
Die Bürgerinitiative "Genug Rummel" hat sich schriftlich geäußert zu der "überraschenden Wende":
"Am 12. Mai erreichte uns eine E-Mail von Bürgermeisterin Katja Müller mit folgendem Inhalt:

"Die Schwabenpark GmbH hat die Gemeinde Kaisersbach darüber informiert, dass sie die Pläne für eine Indoorhalle am Standort Gmeinweiler nicht weiterverfolgen möchte. Das Projekt soll an einem verkehrsgünstigeren Standort realisiert werden.

Das Bebauungsplanverfahren soll weitergeführt werden, da weiterhin Überlegungen für einen Ausbau der Übernachtungsmöglichkeiten durch die Errichtung weiterer Blockhäuser bestehen. Auch die baurechtlichen Grundlagen für die Bereitstellung von ausreichend Parkflächen sollen in der Festsetzung Berücksichtigung finden."

Auf unsere telefonische Rückfrage hin versicherte Fr. Müller, dass sie von der Nachricht ebenso überrascht worden sei und keine zusätzlichen Informationen von der Schwabenpark GmbH erhalten habe. Den neuen Sachstand wollte sie in einer Pressemitteilung in den folgenden Tagen veröffentlichen. 
Eine Pressemitteilung hat es jedoch bis zum heutigen Tag nicht gegeben – weder vom Kaisersbacher Rathaus noch vom Schwabenpark selbst. Auch auf entsprechende Nachfragen erhielt die Welzheimer Zeitung keine Antwort. Wie dieses demonstrative öffentliche Schweigen zu interpretieren ist, bleibt unklar. Möchte der Schwabenpark wirklich woanders eine Indoor-Halle errichten? Und wenn ja, wo? Oder haben sich die Rahmenbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie so sehr geändert, dass man von weiteren kostspieligen Investitionen absehen muss? Und warum gibt das Rathaus dazu keine Stellungnahme ab, wo doch die Erweiterungspläne des Schwabenparks ein stark polarisierendes Thema in der Kaisersbacher Kommunalpolitik sind. 
Die Bürgerinitiative bedauert sehr, dass der Schwabenpark auch jetzt, nachdem er seine Pläne offenbar geändert hat, weiterhin keine transparente Informationspolitik verfolgt. Dabei gibt es nach wie vor viele offene Fragen:

  • Was genau soll nun auf dem Erweiterungsgelände geschehen und welche Optionen will sich der Schwabenpark eventuell offenhalten?
  • Liegen die Planungen für die Indoor-Spielhalle möglicherweise nur auf Eis und werden zu einem späteren, günstigeren Zeitpunkt wieder aus der Schublade geholt?
  • Welche konkreten Vorhaben bezüglich neuer Attraktionen stehen stattdessen in den nächsten Jahren auf der Agenda?


Diese und noch weitere Fragen möchten wir nach wie vor gerne in einem Bürgerdialog klären. Aus unserer Sicht ist es weiterhin Aufgabe des Kaisersbacher Rathauses, diesen zu organisieren – auf welche Art auch immer. Denn eines ist gewiss: Das Thema Schwabenpark wird die Kaisersbacher Kommunalpolitik auch in Zukunft beschäftigen. Es totzuschweigen ist auf Dauer keine Option."

Schwaben Park öffnet am 29. Mai seine Türen für die Besucher

ZVW/Jörg Hinderer und Heidrun Gehrke, 15.05.2020 

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bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Ausschnitt dieses Artikels:

... Die Erweiterung des Schwabenparks hat eine Bürgerinitiative auf den Plan gerufen (die Welzheimer Zeitung hat berichtet). Ihnen ist die Höhe einer geplanten Indoor-Halle ein Dorn im Auge: Ein 14 Meter hohes Gebäude wäre "aus allen Richtungen von weither" sichtbar und würde "den Charakter dieser Landschaft unwiederbringlich zerstören".
Zudem befürchten sie eine Ausweitung der Öffnungszeiten, steigende Besucherzahlen und höheres PKW-Verkehrsaufkommen in den angrenzenden Orten Killenhof, Gmeinweiler und Gehren (www.genug-rummel.de).
Nach Informationen der Kaisersbacher Bürgermeisterin Katja Müller gegenüber der Bürgerinitiative hat der Schwabenpark den Bau der Indoorhalle am geplanten Standort verworfen. Für die Indoorhalle sei ein neuer, leichter zu realisierender Standort gefunden worden. Katja Müller ist auf Nachfrage der Welzheimer Zeitung bislang nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Bürgerinfo ist erneut abgesagt

Diskussion um Schwabenpark, ZVW/Jörg Hinderer, 06.05.2020


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Die aufgrund der beginnenden Corona-Epidemie abgesagte und für den Donnerstag, 7. Mai, als Ersatz terminierte Bürgerinformation zu den Erweiterungsplänen des Schwabenparks wird erneut verschoben. "Die aktuell gültige Corona-Verordnung untersagt nach wie vor alle Versammlungen mit mehr als fünf Personen, die nicht miteinander verwandt sind, bis mindestens zum 10. Mai 2020. Ausnahmemöglichkeiten, wie sie zum Beispiel für Sitzungen des Gemeinderates gelten, kommen für die Bürgerinformation leider nicht zum Tragen, eine Verschiebung der Meinungsbildung beeinträchtigt nicht den Betrieb von Gemeinde und Infrastruktur", heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Welzheim und der Gemeinde Kaisersbach.
Auch für den Zeitraum danach seien größere Versammlungen aus heutiger Sicht nicht wahrscheinlich. Deshalb werde zum aktuellen Zeitpunkt noch kein neuer Termin ins Auge gefasst. Möglich erscheine aus jetziger Sicht eine Versammlung frühestens im Herbst. "Die Gemeinde Kaisersbach und die Stadt Welzheim sind mit dem Schwabenpark im Gespräch hinsichtlich eines digitalen Formats zur Information und Meinungsbildung", sagen Bürgermeister Thomas Bernlöhr (Welzheim) und  Bürgermeisterin Katja Müller (Kaisersbach). Aber wann gibt es diese digitale Runde?
Die Bürgerinitiative zum Schutz von Anwohnern und der Natur rund um den Schwabenpark hofft, dass es eine schnelle digitale Lösung gibt, um zumindest erste Informationen zu bekommen. "Durch die geplante Erweiterung werden 4,5 Hektar fruchtbares Land irreversibel zerstört und versiegelt. Da das Gelände bislang als provisorischer Parkplatz diente, benötigt der Schwabenpark neue Stellflächen. Diese werden zwangsläufig in unmittelbarer Nachbarschaft zu Aichstrut entstehen. Das Hintergrundgeräusch zukünftiger Sommerabende besteht dann nicht mehr aus dem Zirpen der Grillen, sondern aus an- und abfahrenden Pkw, schlagenden Autotüren und Parkplatzpartys mit Beschallung durch Auto-Hi-Fi-Anlagen", so die Bürgerinitiative. Die geplante Indoor-Spielhalle soll eine Höhe von circa 14 Metern haben und werde damit aus allen Richtungen von weither sichtbar sein. Ein Gebäude von solchem Ausmaß würde den Charakter dieser Landschaft zerstören.
Weiter heißt es auf der Homepage www.genug-rummel.de: "Die Gemeinde Kaisersbach und das Landratsamt stellten sich in der Vergangenheit stets auf die Seite des Schwabenparks. Das Ergebnis: Ein Großteil seiner Fläche befindet sich im Landschaftsschutzgebiet - ein wahrscheinlich ziemlich einmaliger Sachverhalt. Die Einwände der Anwohner hingegen wurden regelmäßig unter Verweis auf den bestehenden Bebauungsplan abgewiegelt. Auch jetzt will Bürgermeisterin Müller die Erstellung des neuen Bebauungsplans wohlwollend begleiten. Auch der Gemeinderat sieht sich offenbar nicht zuständig für jene Bürger, die den Preis für die Erfolgsgeschichte Schwabenpark zahlen sollen. Mit Aichstrut trifft es nun ein Dorf, das gar nicht zu Kaisersbach gehört. Es mag sich jeder selbst ausrechnen, welche Lobby seine Bewohner im Kaisersbacher Rathaus haben."
Fakt ist, nachdem die Bürgerinfo zum zweiten Mal aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde, mehren sich die Stimmen, warum es nicht schon eine digitale Veranstaltung als Auftakt gibt? Ähnlich wie beim Thema Funkmast in Breitenfürst wäre es möglich, betroffene Anwohner, Gemeinderäte, Bürgermeister und Verantwortliche des Schwabenparks auf digitaler Ebene einzuladen, um die ersten offenen Fragen zu besprechen. Alle wichtigen Themen in Zeiten der Corona-Pandemie nur zu verschieben und die Bürger nicht auf dem aktuellen Stand zu halten, kann nicht die Aufgabe der Verwaltung sein, vor allem nicht bei Thema Schwabenpark. Und was Kaisersbach betrifft, sicher auch bei den Themen Schulhaus Ebni, Breitbandversorgung und Telefonie.

So soll die neue Achterbahn im Schwabenpark aussehen

 ZVW/Ramona Adolf,   14.04.2020 - 14:38 Uhr

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Am 4. April hatte der Schwaben Park in die neue Saison starten wollen. Wegen des Coronavirus wurde die Eröffnung des Freizeitparks jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Wann es weitergehen kann, ist ungewiss. Gearbeitet wird in Gmeinweiler aber dennoch. Eine neue Achterbahn soll noch in diesem Sommer fertig gestellt werden.

"Hummel Brummel" soll sie heißen, die inzwischen vierte Achterbahn des Parks. Etwa 90 Betonmischer sollen für die Fundamentarbeiten anrücken. Die ersten der 99 Schienenteile sind bereits eingetroffen, teilt der Schwaben Park mit. Bei Schienenschluss soll die Bahn gut 500 Meter lang sein. Die Fahrtdauer wird mit Ein- und Ausstieg auf rund vier Minuten geschätzt, je nachdem, wie schnell die Gondel unterwegs ist. Denn das ist das besondere an der neuen Achterbahn: Mit einem Joystick bestimmen die Fahrgäste selbst, mit welcher Geschwindigkeit sie über den Schwaben Park fliegen. Bis zu 30 km/h sind dabei möglich. Die offenen Gondeln sind unterhalb der Schienen angebracht. Enge Kurven mit Richtungswechseln und seitliches Ausschwenken sollen ein "actiongeladenes Fluggefühl" garantieren.

Wie für den Schwaben Park üblich, sollen auch schon die ganz Kleinen am Fahrspaß teilnehmen dürfen. Vier Spezial-Kindersitze ermöglichen eine Fahrt schon ab vier Jahren und einer Körpergröße von 1,05 Metern in Begleitung eines Erwachsenen - vorausgesetzt, der TÜV gibt dafür die Freigabe. "Hummel Brummel" entsteht direkt neben der 2019 eröffneten Achterbahn "Wilde Hilde". Die Strecke verläuft vom Eingangsbereich des Schwaben Parks quer über das Gelände, über den Koi-Teich, vorbei am Wasserspielplatz, zur Traktorbahn und wieder zurück.

 Wie viel Geld genau der Schwaben Park in die neue Achterbahn steckt, darüber schweigt Pressesprecher Marcel Bender. Verraten sei nur: Es ist die teuerste Investition seit Bestehen des Parks. Seinerzeit war die die "Force One" mit einem Investitionsvolumen von über 2 Millionen Euro die teuereste Attraktion.

Gebaut wird "Hummel Brummel" von der Firma Wiegand. Die Firma aus Hessen ist bekannt für ihre Sommerrodelbahnen. Von ihr stammt auch die Bobkartbahn im Schwaben Park. "Hummel Brummel" ist eine Variante des Modells "Wie-Flyer", der in kleinerer Form bereits im Funpark Inselberg in Thüringen steht.

 

Genug ist Genug

Leserbrief von Erdmute und Martin Marciniak, Welzheimer Zeitung, 11.03.2020

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Eigentlich geht es uns nichts an. Wir sind Welzheimer und kriegen vom Trubel des Schwabenparks nicht viel mit. Aber deswegen sind wir auch neutral und ganz ohne Eigeninteresse. Wir können die Lebensleistung der Hudelmaiers durchaus würdigen. Toll, was sie da auf die Beine gestellt haben. Aber nun muss auch Schluss sein mit den ewigen Erweiterungen. Was die Anwohner jahrein, jahraus mitmachen, geht auf keine Kuhhaut. Man muss mal an einem Wochenende im Sommer durch Gmeinweiler laufen. Da fallen einem die Löffel ab. Dieser Maschinenlärm, dieses Kreischen! Nicht auszuhalten.
Vorschlag 1: Die Erweiterung, die noch mehr Verkehr und Lärm bringen würde, wird nicht genehmigt.
Oder Vorschlag 2: Die Kaisersbacher Gemeinderäte, die für die Genehmigung sind, tauschen ihre Häuser und Wohnungen mit den Anwohnern des Schwabenparks. 

„Es kursieren viele Gerüchte“

ZVW/Jörg Hinderberger,  05.03.2020 

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Die beiden Bürgermeister aus Kaisersbach und Welzheim, Katja Müller und Thomas Bernlöhr, haben die Signale aus der Bürgerschaft erkannt und nun endlich einen gemeinsamen Termin für eine Bürgerinfomationsveranstaltung „Erweiterung Schwabenpark“ präsentiert: Am Donnerstag, 19. März, werden ab 19 Uhr in der Gaststätte des Schwabenparks (Hofwiesen 11, Gmeinweiler) die Pläne und Hintergründe des Unternehmens für die Erweiterung und künftige Entwicklung des Schwabenparks durch Architekt Günter Brecht vorgestellt und erläutert. Stadtplaner Harald Wahl informiert über das Bebauungsplanverfahren der Gemeinde Kaisersbach. „Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anregungen vorzubringen“, heißt es in der Pressemitteilung von der Gemeinde Kaisersbach, Stadt Welzheim und der Schwabenpark GmbH und Co.KG. Thomas Bernlöhr erklärt: „Es kursieren viele Gerüchte. Ich kenne bisher andere Pläne als die Pläne, die von der neuen Bürgerinitiative aufgezeigt werden. Es ist daher Zeit, dass sich die Schwabenpark-Verantwortlichen zu ihren Plänen äußern. Von Bürgern in Aichstrut höre ich verschiedene Reaktionen, daher ist der Austausch am 19. März in Gmeinweiler sehr wichtig.“

 

Alle auf denselben Stand bringen

Da verschiedene Pläne im Umlauf sind und Gerüchte kursieren, möchte auch die Bürgerinitiative mit ihrer Homepage www.genug- rummel.de endlich alle Informationen bekommen. „Wir betonen es gerne noch einmal. Uns ist es wichtig, dass alle denselben Informationsstand erhalten und dann die Interessenskonflikte miteinander besprochen werden können“, so Andreas Mayer aus Gmeinweiler.

 

Von unserem Redaktionsmitglied

Jörg Hinderberger

Kaisersbach/Welzheim.

Wohin steuert der Schwaben Park?

ZVW/Jörg Hinderberger,  04.03.2020


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Der bislang 20-köpfigen Bürgerinitiative geht es vor allem darum, endlich alle Informationen zum Schwaben Park zu bekommen. Also, wie wird zum Beispiel die Erweiterung aussehen, kommt eine neue Indoor-Halle, wird auf Winterbetrieb zusätzlich umgestellt, und vieles mehr.

„Es gibt hier viele Gerüchte. Wir wollen endlich richtig informiert werden und uns dann auch mit der Familie Hudelmaier vom Schwaben Park an einen Tisch setzen, damit die unterschiedlichen Interessenskonflikte besprochen werden“, sagen Andreas Mayer und Andreas Trinkle unisono im Gespräch mit der Welzheimer Zeitung.

Aus diesem Grund wurde die Homepage www.genug-rummel.de erstellt und es gibt auch eine Infoveranstaltung der neuen Bürgerinitiative „Schwabenpark“. Nämlich am 25. März gibt es eine Bürgerversammlung ab 19.30 Uhr im Gasthaus Lamm in Welzheim. Gastredner wird unter anderem Normande Bellemare, Gründer der Bürgerinitiative „Jetzt langt’s“ in Rust, sein. „Jetzt langt’s“ engagiert sich für den Schutz der Natur und der Anwohner im Umfeld des Europaparks.

Nicht nur Katja Müller in die Pflicht nehmen, auch den Gemeinderat

Wichtig ist Andreas Trinkle, dass nicht nur Kaisersbachs Bürgermeisterin Katja Müller verantwortlich gemacht werde für die bisherige fehlende Informationspolitik, sondern der komplette Gemeinderat von Kaisersbach sei hier in der Pflicht – „seit Jahren interessiert es aber niemand“, so Mayer – und auch Welzheim dürfe sich der Sache nicht verschließen. Aichstrut gehört zu Welzheim.

Die Bedenken der Anwohner sollen endlich ein Gehör finden, und der Austausch mit den Schwaben-Park-Verantwortlichen muss erfolgen. „Wir wollen nicht, dass der Schwaben Park verschwindet, aber es kann nicht sein, dass wie in den letzten Jahren alles genehmigt wird, ohne die Bürger zu fragen“, so Trinkle. Ein Beispiel: Bei der Begehung zur beschlossenen Erweiterung des Schwaben Parks waren vier Kaisersbacher Gemeinderäte vor Ort, die zufällig gesehen wurden. „Der Gemeinderat kann doch nicht einer Erweiterung zustimmen auf der Grundlage von vier Gemeinderäten, die in einer nichtöffentlichen Begehung vor Ort waren“, fragt sich Andreas Mayer, der seit drei Jahren direkt neben dem Schwaben Park wohnt.

Wie kam es zu der Bürgerinitiative?

„Wir, das sind Bewohner aus Aichstrut, Gmeinweiler, aber auch der weiteren Umgebung. Junge Menschen ebenso wie ältere, langjährig ansässige Familien und neu Hinzugezogene. Uns eint die Sorge um unsere Zukunft als Anwohner des Schwaben Parks. Aber auch die Art und Weise, wie mit der Natur und unserer einmaligen Landschaft – kurz unserer Heimat – umgegangen wird, lehnen wir ab. Niemand von uns stellt den Schwaben Park an sich infrage. Wir stehen auch einer weiteren Entwicklung des Unternehmens nicht grundsätzlich im Wege. Was wir aber ablehnen, sind gigantomanische Bauprojekte, die zusätzliche Menschenmassen anlocken sollen und die weitere Belastungen für die Anwohner nach sich ziehen. Der Schwaben Park befindet sich an der Gemarkungsgrenze zwischen Welzheim und Kaisersbach. Als Bürgerinitiative wollen wir gegenüber den kommunalpolitischen Akteuren mit einer Stimme sprechen und uns nicht gegeneinander ausspielen lassen.“

Was bisher bekannt ist!

„Auf der bislang als provisorischer Parkplatz genutzten Wiese am südlichen Ende der überplanten Fläche will der Schwaben Park eine Indoor-Spielhalle mit Gastronomie errichten. Das Gebäude soll ungefähr 14 Meter hoch, 100 Meter lang und 40 Meter breit werden. Links der Heidenbühlstraße Richtung Gmeinweiler, so der Plan, soll eine Streuobstwiese in einen Parkplatz umgewandelt werden, um einen Teil der verloren gegangenen Pkw-Stellflächen zu ersetzen. Außerdem ist beabsichtigt, den Eingangsbereich nach Westen an die Aichstruter Straße zu verlegen. 

Die Einwände

Ungewiss: Die Zukunft von Gmeinweiler und Aichstrut:

„Die zu erwartende Ausweitung der Öffnungszeiten wird den Niedergang unserer Dörfer beschleunigen. Einziger Profiteur dieser Abwärtsspirale ist der Schwaben Park. Er kauft die wertgeminderten Immobilien günstig auf, um sie für zukünftige Erweiterungen zu nutzen. Gmeinweiler und Aichstrut drohen zum Betriebshof des Schwaben Parks zu werden.“

Unverantwortlich: Zerstörung von Natur und Landschaftsbild:

„Durch die geplante Erweiterung werden 4,5 Hektar fruchtbares Land irreversibel zerstört und versiegelt. Da das Gelände bislang als provisorischer Parkplatz diente, benötigt der Schwaben Park neue Stellflächen. Die geplante Indoor-Spielhalle soll eine Höhe von 14 Meter haben und wird damit aus allen Richtungen von weither sichtbar sein. Ein Gebäude von solchem Ausmaß würde den Charakter dieser Landschaft unwiederbringlich zerstören.“

Ohne Vertretung: Rat und Verwaltung ignorieren die Interessen der Anwohner

„Die Gemeinde Kaisersbach und das Landratsamt stellten sich in der Vergangenheit stets auf die Seite des Schwaben Parks. Das Ergebnis: Ein Großteil seiner bisherigen Fläche befindet sich im Landschaftsschutzgebiet – ein wahrscheinlich ziemlich einmaliger Sachverhalt. Die Einwände der Anwohner hingegen wurden regelmäßig unter Verweis auf den bestehenden Bebauungsplan abgewiegelt. Auch jetzt will Bürgermeisterin Müller die Erstellung des neuen Bebauungsplans wohlwollend begleiten. Soll heißen: Der Schwaben Park bestellt und die Gemeinde liefert.“

Ohne Beschränkung: Der Verkehr nimmt von Jahr zu Jahr zu

„Mit steigenden Besucherzahlen schwillt auch der Verkehr immer mehr an. Besonders davon betroffen sind die entlang der Landstraße zwischen Welzheim und Kaisersbach wohnenden Menschen. Durch die Navigationsgeräte hat jedoch auch der Pkw-Verkehr auf den schmalen Straßen durch Dörfer wie Killenhof, Gmeinweiler und Gehren massiv zugenommen. Die Kommunalpolitik könnte durch Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Anliegerfrei-Regelungen die Anwohner schützen. Aber auch diesbezüglich wurde ihnen jede Unterstützung versagt.“

Was fordert die Bürgerinitiative?

„Obwohl es offenbar schon detaillierte Planungen zur Erweiterung des Schwaben Parks gibt, ist davon in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Bürgermeisterin Katja Müller versprach mehrfach öffentlich, die betroffenen Bürger zu einer Informationsveranstaltung einzuladen. Geschehen ist bislang nichts. Offensichtlich versuchen die Kaisersbacher Kommunalverwaltung und der Schwaben Park, auf Zeit zu spielen. Dies können und wollen wir nicht mehr länger akzeptieren.“

Die Fragen der Bürgerinitiative

a) Wir verlangen detaillierte und wahrheitsgemäße Informationen zu den aktuellen und den langfristigen Erweiterungsplänen des Schwaben Parks.

b) Welche Änderungen im Betriebskonzept ergeben sich durch die Erweiterung? Wir gehen davon aus, dass eine Indoor-Spielhalle ganzjährig und auch bis in die Abendstunden hinein geöffnet haben soll.

c) Mit wie vielen zusätzlichen Besuchern rechnet der Schwaben Park?

d) Welche Lärmschutzmaßnahmen sind vorgesehen, damit der Schallpegel für die Anlieger nicht noch weiter ansteigt?

e) Wo werden die Besucher zukünftig parken, wenn der bisherige Parkplatz teilweise überbaut wird?

f) Was geschieht mit dem Oberflächenwasser der Halle, die einen Grundriss von 4000 Quadratmetern haben soll?

g) Welche Ausgleichsmaßnahmen sind geplant und wo sollen sie umgesetzt werden?

Die Forderungen der Bürgerinitiative

1) Wir sind nicht einverstanden mit einer Indoor-Spielhalle in der bisher geplanten Form.

2) Wir lehnen eine Ausweitung der Öffnungszeiten in Richtung Winter- und Nachtbetrieb ab.

3) Wir möchten, dass der dörfliche Charakter der anliegenden Ortschaften erhalten bleibt.

4) Wir fordern eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs im Killenhof, in Gehren und in Gmeinweiler.

5) Wir verlangen, dass angemessene Ausgleichsmaßnahmen ortsnah umgesetzt werden.


Auch Welzheim betroffen von Schwabenpark-Plänen

ZVW,  21.11.2019 - 00:00 Uhr

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Der Freizeitpark möchte ein neues Fahrgeschäft bauen – direkte Anwohner laufen dagegen Sturm. 


Welzheim/Kaisersbach.
Der Schwaben Park plant, wie berichtet, nach Süden hin eine Erweiterung seiner Fläche. Dort soll zusätzliche Gastronomie sowie eine Halle entstehen. Westlich des Parks sollen zudem neue Parkflächen ausgewiesen werden. Im Oktober hat der Kaisersbacher Gemeinderat dazu das Bebauungsplanverfahren eröffnet.
Wie Bürgermeister Thomas Bernlöhr am Dienstag berichtete, ist von dieser Erweiterung auch ein Grundstück auf Welzheimer Gemarkung betroffen. „Wir werden uns dieser Entwicklung nicht grundsätzlich verschließen“, sagte er im Bau- und Verwaltungsausschuss, „und die Pläne detailliert anschauen.“ Dabei sollen sowohl die Anwohner und Nachbarn im Teilort Aichstrut als auch der Schwaben Park selbst mit seinen Belangen berücksichtigt werden. Gegen die Pläne hat es bereits im Vorfeld eine Unterschriftenaktion gegeben, an der sich rund 100 Anwohner aus Aichstrut, Gmeinweiler und Killenhof gegen die Erweiterung aussprachen.

Hauptteil der Entwicklung in Kaisersbach geplant

In einem ersten Gespräch hätten die Betreiber der Welzheimer Stadtverwaltung bereits ihre Vorstellungen dargelegt. Im nächsten Schritt, so Bernlöhr, werde sich die Stadtverwaltung nun mit der Gemeinde Kaisersbach koordinieren. Dort sei schließlich der Hauptteil der Entwicklung geplant. Die Welzheimer Flächen seien deshalb nur untergeordnet zu betrachten.

Mit der Kaisersbacher Bürgermeisterin Katja Müller habe er sich dazu bereits ausgetauscht. Bernlöhr hofft, gemeinsam bis zum Ende des Jahres den weiteren Prozessablauf festgelegt zu bekommen. Alle Beteiligten sollen sich in den nun anstehenden Verfahren einbringen können. Und zwar in einer sinnvollen Reihenfolge, so dass alle Fragen sachlich geklärt und sortiert werden können.

Schwaben-Park-Anwohner gegen neues Fahrgeschäft

ZVW/Mathias Ellwanger,  20.11.2019 - 00:00 Uhr


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Zwischen April und Oktober hat der Schwabenpark geöffnet. In dieser Zeit kommen mehr als 200 000 Besucher nach Gmeinweiler. Für die direkten Anwohner (hinten im Bild ist eines der Dächer zu sehen) werden dann nicht nur die Fahrgeschäfte, sondern auch die vielen Menschen zu einer Lärmkulisse, die manchem das Wohnen in dem Kaisersbacher Teilort arg verleidet. Foto: ZVW/Gaby Schneider (Archiv)


Kaisersbach.
Bislang habe sie sich nie beklagt, jede Erweiterung am Schwaben Park mitgetragen. Aber „bei uns ist eine Grenze erreicht. Jetzt müssen wir etwas tun“. Worüber Irmgard Hirzel aus Gmeinweiler im Gemeinderat ihren Unmut kundtat, das sind die erneuten Erweiterungspläne des Freizeitparks. In direkter Nähe zur Nachbarschaft in dem Kaisersbacher Teilort möchten die Betreiber nämlich ein zusätzliches Fahrgeschäft errichten.
Für einige Anwohner sind diese Pläne schlichtweg inakzeptabel, sie wollen sich nun wehren. „Wir sind nicht gegen den Schwaben Park“, stellte Irmgard Hirzel klar. „Aber irgendwann ist einfach genug.“ Denn in den vergangenen Jahren habe die Lärmbelastung deutlich zugenommen. Dass nun ein weiteres Fahrgeschäft kommen soll, das die Geräuschkulisse vermutlich noch verstärken wird, ist aber nicht das einzige Bedenken.

Dass die Besucher den Nachbarn womöglich in den Garten schauen, auch darüber machte Hirzel sich Sorgen. Zu Unrecht, wie Guido Hudelmaier, einer der beiden Geschäftsführer des Schwaben Parks, entgegnete. Die neue Attraktion werde neun Meter kleiner sein als die „Wilde Hilde“, neben der sie dann auch stehen soll.


Und was die Geräuschkulisse anbelangt, sei das Fahrgeschäft vergleichsweise leise. Maximal 65 Dezibel soll die Lautstärke betragen – Geräusche der Besucher nicht mit eingerechnet.


Anwohner fühlen sich mit ihren Bedenken nicht ernst genommen

Um was genau es sich bei der Attraktion handelt, dazu möchte sich der Schwaben Park mit Blick auf die Vermarktung noch nicht im Detail äußern. Nur so viel ist aus den Plänen ersichtlich: Es handelt sich dabei um eine Art Gondel, mit der die Besucher sich mehrere Hundert Meter über das Parkgelände bewegen können. Womit die Betreiber künftig noch mehr Besucher in den Park locken wollen.

„Wir haben da schon Bedenken“, sagte deshalb Hirzel, die Anfang des Monats schriftlich über die Pläne informiert wurde. Und zwar von der Gemeinde, nicht vom Schwaben Park, von dem sie sich eine bessere Kommunikation gewünscht hätte. Für das Bauvorhaben ist eine Beteiligung der Nachbarn vorgesehen. Vier Wochen haben diese Zeit, beim Landratsamt ihre Bedenken schriftlich zu äußern.

Dass diese wichtige Information ohne Kuvert, Datum und Unterschrift in seinem Briefkasten landete, das empörte den Gmeinweiler Thomas Maier. Bürgermeisterin Katja Müller zeigte sich davon überrascht. „Ich weiß nicht, was da schiefgelaufen ist.“ Das Thema werde von der Gemeinde offenbar nicht ernst genommen, mutmaßte Maier, der erst vor wenigen Jahren in den Kaisersbacher Teilort gezogen ist – und dies ein Stück weit bereut hat. Das Problem sei für ihn der Schalldruck des Parks Richtung Gmeinweiler. „Diesen Sommer war es wesentlich lauter als die Jahre zuvor.“ Ungestört im Garten zu sitzen, sei da kaum noch möglich gewesen. Wegen der Fahrgeschäfte, den Schreien aus der Achterbahn – und weil er bei Unterhaltungen von Parkbesuchern nahezu jedes Wort verstanden habe. Der Gipfel war für ihn jedoch erreicht, als an Allerheiligen vier Stunden lang Guggenmusik aus dem Freizeitpark tönte. „Es muss wirklich was geschehen, damit man in Gmeinweiler leben kann.“ Er komme demnächst in Rente und „ich weiß nicht, ob ich das aushalten kann“.

Hirzel hatte deshalb den Gemeinderat gebeten, das Projekt abzulehnen. Der kann zwar nicht über das Bauvorhaben entscheiden. Dafür ist das Landratsamt zuständig. Das Gremium muss aber eine städtebauliche Stellungnahme dazu abgeben. „Es wäre schön, wenn der Gemeinderat mal auf unserer Seite ist“, so ihre Hoffnung.

Es soll eine Aussprache zwischen Anwohnern und Betreibern geben

Doch diese Hoffnung wurde leider enttäuscht. Das Gremium hat dem Bauvorhaben zugestimmt. Denn für das Gebiet gibt es bereits einen Bebauungsplan. Und der wird von den Betreibern des Schwaben Parks auch eingehalten. In Sachen Lärmschutz sei in letzter Zeit zudem „richtig viel passiert“, befand Gemeinderat Adem Akin. „Es ist heute mehr eingehaust“, ergänzte Ratskollege Bernd Basler. „Eigentlich müsste es lärmtechnisch besser geworden sein.“ Doch offensichtlich gebe es großen Redebedarf, weshalb Basler vorschlug, dass sich Anwohner, Betreiber und der Gemeinderat bei einem gesonderten Termin darüber aussprechen. Ein Vorschlag, den Bürgermeisterin Müller begrüßte.

Zumal der Park ja nicht nur Gegenwind aus Gmeinweiler bekommt. Auch in Aichstrut wurden unlängst Unterschriften gesammelt gegen eine geplante Erweiterung nach Süden Richtung Welzheim (wir haben berichtet). Dort will der Schwaben Park zusätzliche Gastronomie und eine Halle errichten, außerdem im Norden Richtung Kaisersbach weitere Parkplätze. Da es hierfür aber noch keinen Bebauungsplan gibt, hat die Gemeinde das Verfahren unlängst angestoßen. Es wird noch Jahre dauern, bis der Freizeitpark hier erweitern kann.

Das Fahrgeschäft auf dem bestehenden Gelände hingegen wird wohl schon bald kommen. Sobald das Landratsamt grünes Licht erteilt (womit ziemlich sicher zu rechnen ist), werden die Betreiber mit dem Bau beginnen. Zum Saisonstart werde die neue Attraktion aber noch nicht fertig sein, heißt es vom Schwaben Park.

Parkplatz auf Streuobstwiese

Leserbrief von Andreas Mayer, Gmeinweiler; veröffentlicht am 26.10.2019 

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Betr.: Schwabenpark Erweiterung

Beim Bericht über die geplante Erweiterung des Schwabenparks ist mir aufgefallen, dass Parkflächen auf einer Fläche geplant sind, die im Moment Streuobstwiesen mit zum Teil sehr alten Bäumen sind. Die Wiese selbst ist deutlich extensiv genutzt und mit absoluter Sicherheit als sehr schützenswert einzustufen. Das vorhandene Biotop ist im Grunde genau das, was in unserer Kulturlandschaft Leitbiotop ist. Absolut wichtig für Vogel- und Insektenschutz. Wenn diese Fläche beparkt wird, sind Bäume und Wiesen in kurzer Zeit Geschichte. Ich hoffe, dass hier jetzt nicht schnell mit der Motorsäge Fakten geschaffen werden, und baue auf das Verantwortungsbewusstsein der Betreiber des Schwabenparks.

Erdwall wird aufgeschüttet

Leserbrief von Andreas Trinkle, Welzheim; veröffentlicht am  24.10.2019

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Betr. Schwabenpark-Erweiterung in der Kritik

Der Schwabenpark hat für alle sichtbar damit begonnen, auf dem geplanten Erweiterungsgelände Aushub zu einem Erdwall aufzuschütten. Für eine Bebauung stehen zwar noch sämtliche Gutachten und Genehmigungen aus und einen Bebauungsplan wird es voraussichtlich erst in zwei Jahren geben. Ein Grund zur Zurückhaltung ist dies für den Kaisersbacher Freizeitpark jedoch keinesfalls. Weiß er doch die Gemeindeverwaltung und die Ratsmehrheit treu an seiner Seite. Die Interessen von Anwohnern und die Zukunftsfähigkeit ganzer Dörfer müssen da eben hintanstehen. Auch scheint der Natur- und Landschaftsschutz im Erholungsort Kaiserbach keine Lobby zu haben. Denn wie kann es sein, dass ein ganzer Freizeitpark in ein Landschaftsschutzgebiet gebaut werden darf? Auf eine entsprechende Nachfrage erhielt Gemeinderätin Tanja Trinkle keine Antwort. Die Anwohner hoffen jetzt darauf, im Rahmen einer Bürgerbeteiligung Einfluss auf die Planungen nehmen zu können. In diesem Verfahren wird sich zeigen, ob der Gemeinderat und die Ortsverwaltung nicht nur die Belange des Schwabenparks, sondern auch die der Anlieger und des Naturschutzes im Blick haben. 

Schwaben Park: Anwohner gegen Erweiterung

ZVW/Mathias Ellwanger,  22.10.2019

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Kaisersbach-Gmeinweiler. Mehr Parkplätze, eine Halle mit Fahrgeschäften sowie Gastronomie: Der Schwaben Park will sein Angebot deutlich ausweiten. Die Gemeinde will nun eine Bürgerbeteiligung durchführen. Denn viele Anwohner stehen dem Projekt sehr kritisch gegenüber.
Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung in Kaisersbach meldete sich ein Bürger aus Aichstrut zu Wort. Er hatte nicht nur eine Liste mit rund 100 Unterschriften für das Gremium mitgebracht, sondern auch eine Reihe kritischer Fragen (siehe dazu: Die Kritik derAnwohner) im Gepäck.
 Die Anwohner aus Aichstrut, Gmeinweiler und Killenhof, so berichtete es der Bürger, hätten große Ängste um ihre Zukunft. Bereits jetzt sei der Schwaben Park bei Hochbetrieb eine Belastung durch starken Verkehr und Lärm. Was bei einer möglichen Erweiterung, die planmäßig bis an die Gemarkung Aichstrut heranreicht, noch einmal deutlich zunehmen würde.

Anwohner wollen mit Betreibern des Freizeitparks sprechen

Er stellte zugleich klar: „Nichts spricht gegen den Betrieb des Schwaben Parks, aber alles für den Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung der Lebensqualität der Anwohner“ sowie den Erhalt der „unvergleichlichen Landschaft des Schwäbischen Waldes als Lebensraum und Erholungsgebiet.“ Das Gremium bat er darum, dem Vorhaben kritisch gegenüberzustehen, die Fragen zum Schutz von Anwohnern und Natur ernst zu nehmen – und die Betroffenen möglichst umfassend einzubinden. „Gerne treten wir auch mit den Verantwortlichen vom Schwaben Park in Dialog.“
 Für diese Ausführungen erhielt er von den an diesem Abend zahlreich erschienenen Besuchern viel Applaus.

So will der Park erweitern

Bereits vor einiger Zeit sei der Schwaben Park auf die Gemeinde zugegangen, berichtete Bürgermeisterin Katja Müller. Vergangenes Jahr habe der Freizeitpark dann ein Nutzungskonzept vorgelegt. Dieses sieht vor, dass der Park Richtung Süden um eine Indoorhalle mit Fahrgeschäften sowie zusätzlicher Gastronomie erweitert wird. Dass zwischen der Ortsdurchfahrt Gmeinweiler und der Landesstraße weitere Parkplätze entstehen. Und in dem Zuge auch der Eingangsbereich verlagert wird.
 Zwei Jahre würde der gesamte Prozess dauern, schätzte Planer Harald Wahl. Zuvor müsste noch der Flächennutzungsplan angepasst und die Vorgaben des Regionalplans geprüft werden. Es müssten Schallschutzgutachten erstellt und Umweltbelange berücksichtigt werden.
 Außerdem befindet sich die viereinhalb Hektar große Fläche zum Teil im Landschaftsschutzgebiet. Um bauen zu können, müsste der Bereich aus dem Gebiet herausgenommen werden.

Keine uneingeschränkte Zustimmung im Gremium

Mit der Aufstellung des Bebauungsplans, um den es an dem Abend ging, gehe noch keine rechtliche Bindung einher. „Sie deutet den Willen des Gemeinderats an, hier planerisch tätig zu werden.“
 Doch auch im Gremium stößt das Projekt nicht auf uneingeschränkte Zustimmung. Tanja Trinkle, die selbst in Gmeinweiler lebt, sagte: „Ich möchte darum bitten, dass diese Entscheidung mit Sensibilität und Weitsicht getroffen wird.“

Wenn nichts passiert, stößt der Betrieb bald an seine Grenzen

Miriam Mürter appellierte an die Gemeinde, möglichst bald eine Bürgerbeteiligung durchzuführen. Bürgermeisterin Müller sagte, dies werde im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens stattfinden. Und stellte zugleich klar: „Es ist uns allen bewusst, dass es kein einfaches Thema ist, und dass man hier alles sauber abarbeiten muss.“
 Dieses Verfahren sei für alle Beteiligten „nicht vergnügungssteuerpflichtig“, meinte Hans-Dieter Schwenger. Der Gemeinderat habe in der Sache immer wieder mit sich gerungen. Aber: „Der Schwaben Park ist etabliert und ein nicht so kleiner Gewerbebetrieb.“ Würde Kaisersbach nichts tun, so käme der Betrieb bald an seine Grenzen. Und „wenn wir wollen, dass es Wachstum gibt, werden sich Dinge verändern“. Deshalb lautete sein Appell: „Sagen wir mal zu dem Verfahrensbeginn Ja.“
 Mit neun Ja- und zwei Neinstimmen schloss sich das Gremium dann Schwengers Appell an.

Kritik und Fragen der Anwohner

  • Die von einer möglichen Erweiterung betroffenen Anwohner fürchten vor allem um eine weitere Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Ebenfalls befürchten sie eine weitere, deutliche Wertminderung ihrer Immobilien. Und sie sehen in einer möglichen Erweiterung einen Widerspruch zum Image des Erholungsgebietes Schwäbisch-Fränkischer Wald.


 Sie hatten deshalb folgende Fragen an den Gemeinderat gerichtet:

  • An welchen Monaten sowie Tageszeiten werden der Park und die Geschäfte der Neubauten geöffnet sein?
  • Welche Lärmschutzmaßnahmen sind vorgesehen, damit der Schallpegel für die Anlieger nicht noch weiter ansteigt?
  • Wie sieht der langfristige Plan (zum Beispiel über zehn bis 20 Jahre) für die Entwicklung des Schwaben Parks aus?
  • Welche Ausgleichsmaßnahmen für die Flächenversiegelung sind vorgesehen?
  • Gibt es Pläne, um die anliegenden Teilorte von weiteren Verkehrsbelästigungen zu entlasten?

Fragen, die im Laufe des nun startenden Verfahrens geklärt werden.